Energieberatung

Energieberatung

Die aktuelle Energiepolitik stellt Unternehmen und Betriebe vor große Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Neue Rahmenbedingungen und ehrgeizige Klimaziele erfordern einen fortlaufenden Anpassungsprozess der eigenen Handlungen.

Wir haben mit den Energie-Experten Dennis Herbeck (Stadtwerke Düsseldorf) und Philipp Heitkötter (IHK Düsseldorf) darüber gesprochen, welche Herausforderungen sie sehen und wo betroffene Unternehmen Unterstützung erhalten.

Klima-Kompetenzzentrum: Deutschland hat sich ambitionierte Klimaziele verordnet. Welche zentralen Ziele der Energiewende hat sich die Bundesregierung für das Jahr 2020 gesetzt?

Heitkötter: Aus meiner Sicht sind die drei wichtigsten Ziele der Energiewende die Reduktion der Treibhausgase, der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Verringerung des Energieverbrauchs. Beim Energieverbrauch wollen wir bis zum Jahr 2020 eine Verringerung um 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 erreichen. Gleichzeitig sollen die Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 gesenkt werden. Das sind natürlich sehr ambitionierte Ziele. Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch zum Beispiel, dass der Stromsektor  auf dem Energiewende-Weg weit vorangekommen ist: So wurde schon im letzten Jahr ungefähr ein Drittel des Stroms erneuerbar erzeugt. Bis 2020 sollen es 35 Prozent sein.

Klima-Kompetenzzentrum: Was bedeuten diese Zahlen denn für Unternehmen? Wie sind sie davon betroffen?

Herbeck: Wir merken beispielsweise, dass die gesetzlichen Abgaben beim Strom in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Die staatlich beeinflussten, sprich wettbewerbsfremden Strompreisbestandteile, wie Steuern und Umlagen entsprechen mittlerweile einem Anteil von über 50 Prozent am Strompreis. So stieg gemäß "Erneuerbare Energien Gesetz" zum 1. Januar 2017 die EEG-Umlage von 6,354 Cent pro Kilowattstunde auf 6,880 Cent pro Kilowattstunde.

Heitkötter: Um die Energiewende-Ziele zu erreichen, werden Unternehmen vom Gesetzgeber natürlich auch in die Pflicht genommen. So mussten große Unternehmen zum Beispiel im letzten Jahr ein verpflichtendes Energieaudit durchführen. Leider ist die Energiepolitik der letzten Jahre davon gekennzeichnet, dass wir viele Kurswechsel und sich ändernde Rahmenbedingungen haben. Damit kann man schlecht planen. Und man braucht eben auch Fachleute, die das alles im Blick haben. Das kann durchaus herausfordernd sein. Das weiß man gerade dann, wenn man schon mal selbst den einen oder anderen Gesetzestext gelesen hat.

Klima-Kompetenzzentrum: Was können Unternehmen denn konkret tun, um Energiekosten zu senken?

Herbeck: Großunternehmen* sind seit dem letztem Jahr verpflichtet, im Rahmen eines Energieaudits ihre Energieeffizienz prüfen zu lassen. Doch auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die nicht unter diese Regelung fallen, können von einem entsprechenden Effizienzsystem profitieren. Es bietet die Möglichkeit, die Energieeffizienz im Unternehmen zu steigern, die Energiekosten zu senken und auch betriebliche Klimaschutzziele zu erreichen. Darüber hinaus gibt es für nicht verpflichtete Unternehmen Fördermittel für bis zu 80 Prozent der Beratungskosten. Und nicht zu vergessen: KMU aus dem produzierenden Gewerbe, die Steuervorteile geltend machen möchten (Spitzenausgleich), müssen im Gegenzug Effizienzsysteme vorweisen.

Heitkötter: Unsere Umfragen zeigen: Die Ermittlung und natürlich auch das Erschließen von Energieeffizienzpotenzialen ist ein ganz zentraler Bestandteil der Unternehmensaktivitäten. Im internationalen Vergleich ist die deutsche Wirtschaft auch eine der energieeffizientesten der Welt. Es gibt einen ganzen Blumenstrauß verschiedenster Techniken, die hierfür in Frage kommen. Das geht über hocheffiziente Antriebe, Elektromotoren und Beleuchtungskonzepte bis hin zu komplexen IT- und Energiemanagementlösungen.

Klima-Kompetenzzentrum: Zum Schluss einige Stichworte, wie Sie bei der Bewältigung dieser Herausforderungen Unternehmen helfen können.

Herbeck: Wir von den Stadtwerken Düsseldorf möchten helfen, Potenziale auszuschöpfen und unterstützen zum Beispiel gerne im Rahmen eines unverbindlichen Gesprächs. Dort können wir auf folgende Fragen eingehen:

  • Kann ich Steuervorteile geltend machen, wenn ich ein Effizienzsystem durchführe?
  • Was bringt meinem Unternehmen die Durchführung eines Effizienzsystems?
  • Wie sieht die Vorgehensweise bei der Durchführung aus?
  • Was kostet die Durchführung eines Effizienzsystems?
  • Wie viel Zeit muss ich hierfür einplanen?
  • Kann ich dafür staatliche Förderungen beantragen?

Heitkötter: Wir bieten zum Beispiel einen kostenfreien Energieeffizienz-Check an. Zielgruppe sind hier kleine und mittlere Unternehmen. Wir treffen uns dann vor Ort im Unternehmen und schauen uns hier gemeinsam die Gegebenheiten an.
Wir besprechen technische Themen, zum Beispiel lohnt sich der Bau einer Photovoltaik-Anlage, kann bei der Beleuchtung noch etwas verbessert werden. Aber wir besprechen auch das Thema Fördermittel, das ziemlich wichtig ist. Es gibt hier oft attraktive Zuschüsse, die die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen vereinfachen. Und hierauf wollen wir in den Gesprächen aufmerksam machen.
Außerdem kann man natürlich auf die Beratungsangebote der Stadtwerke oder anderer Berater zurückgreifen. Diese finden Sie zum Beispiel über das Klimaprofit-Center der EnergieAgentur.NRW und über die Energie-Effizienz-Experten-Liste der dena.

Kontakt:

Dennis Herbeck
Stadtwerke Düsseldorf AG
Tel.: 0211 821-2570
dherbeck@swd-ag.de

Philipp Heitkötter
IHK Düsseldorf
Tel.: 0211 3557-208
heitkoetter@duesseldorf.ihk.de

Gesetzesänderungen im Jahr 2017

Im Jahr 2017 sind eine Reihe von Anpassungen im Umwelt- und Energierecht in Kraft getreten. Die folgende Übersicht fasst die wesentlichen Anpassungen zusammen.

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Erfolgsfaktor Energieeffizienz 2017

„Erfolgsfaktor Energieeffizienz“ heißt das Unternehmens-Besuchsprogramm der IHKs im Rheinland. „Von anderen lernen“ lautet dabei das Motto. Unternehmen, die Projekte in den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien erfolgreich umgesetzt haben, erläutern ihre Maßnahmen vor Ort.

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